Solitärbienen: Die Luzerne-Blattschneiderbiene


Neben den domestizierten Honigbienen gibt es in Deutschland auch über 500 verschiedene Spezies von Wildbienen. In unserer Blogserie stellen wir Dir einheimische Solitärbienenarten vor.
Solitär lebende Wildbienen sind die Singles unter ihren Artgenossen. Anders als die Honigbienen sind die meisten Wildbienen nicht staatenbildend, sondern leben in kleinen sozialen Einheiten. Die Solitärbiene wird sehr selten zur Bestäubung von Pflanzen eingesetzt, obwohl einige Arten aufgrund einer jahrtausende langen Entwicklung eine innige Symbiose mit bestimmten Pflanzen eingegangen sind. Deshalb können sie diese besonders gut bestäuben – manche Wildbienen sogar nur als einzige Art. Stirbt diese Bienenart, stirbt auch die Pflanze aus.
Weltweit gibt es etwa 20.000 Arten, davon sind schätzungsweise 250 Hummeln, 500 bis 600 Stachellose und 7 Honigbienen. Viel Spaß beim Lesen!

Beschreibung

Das Weibchen der Megachile rotundata ist schwarz mit einem schmalen Kopf und weißgelblicher Behaarung. Sie besitzt schmale, gelbweiße Haarbinden, die Bauchbürste hingegen ist weitgehend weiß, zum Abdomenende hin jedoch eher schwarz. Das Männchen ist schwarzbraun, besitzt gelbliche Vordertarsen und eine gelbe Gesichtsbehaarung.
Sie ist die weltweit am intensivsten wirtschaftlich genutzte Solitärbiene. In Nordamerika wird die sie beispielsweise in einigen Gebieten gezüchtet und an Luzernefeldern ausgesetzt, um durch bessere Bestäubung die Ernteerträge zu erhöhen.

Ursprung, Habitat und Verbreitung

Die Luzerne-Blattschneiderbiene gehört zur Familie der Megachilidae, Tribus Megachilini. Verbreitet ist sie in Süd- und Mitteleuropa, nordwärts bis sogar bis Süd-Finnland. In Deutschland ist sie vor allem im Süden verbreitet, vereinzelt kommt sie aber auch im Norden vor. In den USA ist sie vermutlich seit den dreißiger oder vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als invasive Art heimisch. Erstmals nachgewiesen wurde sie 1937 in Virginia.
Ihr Nistgebiet sind Binnendünen, Sand- und Lehmgruben, Trockenhänge sowie Böschungen. Sie besiedelt in blütenreichen Gärten gerne Nisthilfen.
Aktiv ist die Megachile rotundata im Hochsommer von Juni bis August. Sie hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren weit verbreitet und sich an unterschiedlichste Lebensräume angepasst.

Verhalten und Lebensweise

Das Männchen schlüpft einige Tage vor den Weibchen und kann sich mehrfach paaren. Für das Weibchen hingegen ist dies nur ein einziges Mal möglich, nämlich sehr bald nach dem Schlüpfen. Das Weibchen musst zuerst Pollen fressen, damit die Eier überhaupt reifen können. Anschließend beginnt es mit dem Nestbau und der Vorratsbeschaffung. Die Megachile rotundata legt ein ausgesprochen geselliges Nistverhalten an den Tag, wodurch unter künstlichen Bedingungen eine außerordentlich große Populationsdichte möglich ist.
Die Megachile rotundata nistet in vorhandenen, oberirdischen Hohlräumen – vor allem in Fraßgängen in totem Holz oder in hohlen Pflanzenstengeln. Jedoch baut sie ihre Nester auch in Hohlräumen von Löß- und Lehmwänden. Außerdem besiedelt sie menschliche Nisthilfen wie zum Beispiel Bohrungen in Holz und Bambusrohr. Ihre Nester legt sie in Linienbauten, mit mehreren hintereinander angeordneten Zellen an. Sie haben einen Durchmesser von etwa 6 mm, die Gänge sind 8 bis 10 cm tief. Als Baumaterial für die Brutzellen dienen sowohl Abschnitte von Blüten- als auch von Laubblättern verschiedener Pflanzen, zum Beispiel die Laubblätter von Wolfsmilch (Euphorbia), Luzerne (Medicago), Flieder (Syringa) und Weinrebe (Vitis). Das Weibchen zeigt unter günstigen Bedingungen eine hohe Reproduktionsrate, kann aber maximal 39 Brutzellen versorgen.
Die Luzerne-Blattschneiderbiene wird von verschiedenen Parasiten befallen und ist anfällig für Krankheiten, insbesondere Kalkbrut (Ascosphaera aggregata). Als Futterparasit ist die Kegelbiene Coelioxys echinata bekannt. Diese ist jedoch weitaus seltener als der Wirt.

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